Eichenholz & Schwarze Flecken

Eine beinahe unvermeidliche Problematik

Die Liebeserklärung

Die Eiche gehört nach wie vor zu der Deutschen liebsten Hölzern. Sie wird genutzt für Dachbalken, Armaturen, und natürlich auch für Holzböden – in Form von Parkett oder Massivholzdielen. Mit einem optisch schönen Erscheinungsbild und überzeugenden Materialeigenschaften wie Langlebigkeit, Flexibilität und Härte hat die Eiche mit vollem Recht einen Stammplatz in den Herzen und den Räumlichkeiten aller Freunde des natürlichen Wohnens.

Der Wermutstropfen

Der eigentlich ein Gerbsäuretropfen ist: die Eiche gehört (neben Arten wie Robinie, Nussbaum, Kastanie oder Rüster) zu den Hölzern, die einen überdurchschnittlich hohen Gerbsäuregehalt aufweisen. Das Vorhandensein dieser Tannine (= Gerbsäure) ist an sich nicht schlimm, hat sogar seine Vorteile: wer seine Eiche beizen will, kann sich den gesonderten Auftrag von Gerbsäure (wie er etwa bei Hölzern mit geringem Tanningehalt erforderlich würde) einfach sparen – die Eiche hat selbst mehr als genug davon.

Wieso dann Wermutstropfen? Nun, das Problem besteht darin, dass die Gerbsäure mit Eisen- bzw. Metallpartikeln und Wasser reagiert und so schwarze Flecken entstehen, die im Rahmen einer herkömmlichen Reinigung nicht mehr entfernt werden können. Dabei reicht es schon aus, wenn Sie beispielsweise eine metallene Gießkanne oder einen vergleichbaren Gegenstand auf dem Boden stehen lassen, um die genannte Oxidationsreaktion in Gang zu setzen – sogar Metallspäne haben das Potenzial, einen unerwünschten optischen Effekt zu erzeugen.

Was ist zu tun?

Ein alter Bekannter

Vorneweg: wenn sich Ihre Eiche nach dem beschriebenen Muster verfärbt hat, kann Ihnen geholfen werden. Das ist der Vorteil an der Gerbsäureproblematik – sie ist wohlbekannt. Hersteller von Pflege- und Reinigungsmittel für Holzböden haben also schon viel Zeit gehabt, um sich Lösungen auszudenken. Sie haben ihre Zeit gut genutzt.

Intensive Vorbeugung

Von Hersteller WoodCare (WoCa) aus Dänemark gibt es seit Jahr und Tag den bewährten Intensivreiniger, der Holzböden zuverlässig auch von gröbsten Verschmutzungen befreit. Was man vielleicht nicht weiß: er kann auch benutzt werden, um die Eiche von einem Gutteil der enthaltenen Gerbsäure zu befreien. Diese kann einfach ausgewaschen werden. Mit normalem Wasser kann ein ähnlicher Effekt erzielt werden, nur eben nicht so ausgeprägt.

Auch wenn Ihr Eichenboden also noch keine schwarzen Flecken hat, können Sie präventiv bereits etwas tun! (Tatsächlich untätig bleiben können Sie tatsächlich nur, wenn Sie keinen Eichenboden haben… aber der kommt ja vielleicht noch?)

Ganz davon abgesehen ist es natürlich eine sinnvolle Idee, den Kontakt von Metall und Eichenholz nach Möglichkeit gänzlich auszuschließen. Das heißt beispielsweise, dass Sie über Filzgleiter für die Beine eines Metalltisches durchaus nachdenken sollten.

Die Lösung

Wenn es nun aber so weit ist, und sich schwarze Flecken infolge der Gerbsäure-Wasser-Metall-Reaktion gebildet haben, brauchen Sie ein spezielles Mittel, um wieder für klare Verhältnisse zu sorgen. Wiederum sind es die Dänen, die Rat wissen: WOCA hat ein eigenes, auf Oxalsäure basierendes Gerbsäurefleckenspray entwickelt, mit dem sich die schwarzen Flecken problemlos von Eichenholz beseitigen lassen.

Sprühen Sie dazu einfach das Spray gleichmäßig auf den Fleck auf, und lassen Sie es mindestens 30 Minuten lang einwirken, eine Stunde kann auch nicht schaden. Danach können Sie das Holz einfach mit einem in Wasser getränkten Lappen sauberwischen und den (mittlerweile) gelösten Fleck so aufnehmen. Je nach der vorgefundenen Beschaffenheit des Holzes und der Verfärbung kann es nötig sein, den Vorgang zu wiederholen. Das können Sie problemlos so lange tun, bis das Ergebnis zufriedenstellend ist.

Das Danach

Wie bei jeder Fleckentfernung gilt es, den Holzboden im Nachgang an die Behandlung wieder richtig einzupflegen, also das exponierte Holz (je nach ursprünglicher Einpflege) wieder mit Wachs oder Öl beziehungsweise mit Seife zu schützen.

Die schwarzen Flecken auf Eiche sind zwar ausgesprochen unschön anzusehen, aber zum Glück ist ihr bedrohliches Äußeres kein Zeichen für große Hartnäckigkeit – gesetzt der Fall natürlich, man hat zur Fleckentfernung das richtige Werkzeug zur Hand und das nötige Know-How im Kopf!

(Letzteres gab es gratis, das Spray müssen Sie schon selbst kaufen).