Warum Holz so wertvoll ist

„Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder.“

Theodor Heuss (1884-1963)

Was wäre unsere Welt ohne Bäume – sicher ein karger, wüster Planet. Bäume verbessern unentwegt die Luft, nehmen den Winden ihre Heftigkeit, „kämmen“ sie aus, verzögern das Absickern des Wassers, speichern es wie ein Schwamm, geben es wohldosiert wieder ab, spenden Schatten, schenken Frucht, bieten Heimstatt für vielerlei Getier… und sie liefern Holz!

Holz ist sicher eine der faszinierendsten natürlichen Ressourcen. Seine Vielfältigkeit führt dazu, dass man es für fast jeden denkbaren Anwendungszweck einsetzt. Häuserbau, Brücken, Schiffe, Möbel, Spinnstoffe, Papier, Lacke, Gas, Zelluloid, Gerbstoffe, Medikamente und vieles mehr. Immer ist Holz der Ausgangsstoff und seit jeher mit der Menschwerdung verbunden, denn es brachte das Feuer und ermöglichte erste Waffen.

Schon die alten Ägypter fertigten die meisten ihrer Gebrauchsgegenstände aus Holz. Und schätzten diese so hoch ein, dass sie sie mit ins Grab nahmen, um auch im Nachleben gerüstet zu sein. Ohne Bäume hätte es keine Schiffe gegeben und somit keinen Handel in Übersee oder Wanderungsbewegungen. Hölzerne Wasser -und Windmühlen lieferten Energie zum Antreiben von Zahnrädern oder Getrieben, Schleusentore ermöglichten Binnenschifffahrt auch auf kleinen Flüssen, die Schwellen der großen Verkehrsadern „Eisenbahn“ bestanden aus Holz. Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen!

Holzarten und ihre Merkmale

Auf der ganzen Welt gibt es ca. 25 000 bis 30 000 Holzarten, von denen 3 – 5000 für gewerbliche Zwecke geeignet sind, wobei die Auswahl an Laubhölzern sehr viel größer ist als die an Nadelhölzern. Bislang werden allerdings nur etwa 200 bis 250 gehandelt.

Holz ist ein Werkstoff mit unterschiedlichsten Merkmalen und einer sehr weiten Spanne an Eigenschaften, was zwangsläufig zu einer großen Palette von Holzprodukten führt. Für die meisten der unzähligen Verwendungszwecke gibt es somit auch das richtige Holz.

Die Bearbeitungseigenschaften des Holzes werden klassifiziert u.a. nach den Parametern Gewicht, Haltbarkeit, Biegefestigkeit, Härte, Sägbarkeit , Spalten, Reißen und Verleimen.

Gewicht:

Das Gewicht des Holzes hängt vor allem von den beiden Faktoren Struktur und Feuchtegehalt ab und wird in trockenem Zustand bemessen. Als „leicht“ gilt Holz mit einem Gewicht von 350 – 500 Kilogramm pro Kubikmeter, wirklich „schweres“ Holz kommt auf 900 Kilogramm pro Kubikmeter und alles, was dazwischen liegt, fällt in die Kategorie „mittelschwer“.

Haltbarkeit:

Diese Angabe bezieht sich zumeist auf das Verhalten von Kernholz beim Auftreten von Fäulnispilzen, durch deren Befall die Struktur des Holzes und schließlich dieses selbst zerstört werden können. Viele Faktoren wie z.B. chemische oder mineralische Einschlüsse, Dichte ,Herkunft etc. beeinflussen diese Haltbarkeit. Die Angabe, ein bestimmtes Holz sei schwer, lässt nicht zwangsläufig auf dessen große Haltbarkeit schließen.

Festigkeit:

Unter Festigkeit versteht man den Widerstand, den das Holz dem Zerdrehen, Abscheren und Zerbrechen entgegensetzt. Man drückt die Festigkeit in Newton/mm2 aus. Newton ist die Zahl, die angibt, wie viel N Last auf 1 mm2 einwirken können, bis eine Zerstörung der Holzfaser eintritt. Dabei wird unterschieden in Druckfestigkeit, Zugfestigkeit und Biegefestigkeit.

Härte:

Härte ist als Widerstand des Holzes gegen Zerspanung, Zerkratzen und Verschleiß von großer Bedeutung. Sie wird in „Härte nach Brinell“ ermittelt. Der schwedische Metallurg Brinell entwickelte ein Prüfverfahren, bei dem eine Stahlkugel von bestimmtem Durchmesser mit langsam steigender Belastung ins Holz gedrückt wird.

Sägbarkeit oder Belastbarkeit:

Ob ein Holz sich gut sägen, hobeln drechseln oder schneiden lässt, hängt von vielen Faktoren ab: dem Faserverlauf, der Härte, dem Feuchtegehalt, dem trocknungsverfahren. Auch mineralische oder andere Einschlüsse spielen dabei eine Rolle.

Spalten und Reißen:

Mit Gewalt lassen sich die meisten Hölzer spalten, manche leichte als andere. In der regel sind Laubhölzer leichter spaltbar als Nadelhölzer. Spaltet ein Holz schnell, sollte vor dem Schrauben oder Nageln vorgebohrt werden.

Verleimen:

Diese Beurteilung bezieht sich auf Vollholz, nicht auf Furniere. Offene Holzfasern, Harzgehalt, chemische Zusammensetzung etc. und vor allem der Feuchtegehalt wirken sich auf die Verleimbarkeit aus.

Schwindmaße:

Die Quell- und Schwindmaße von Holz sind in den drei holzanatomischen Richtungen : Faserrichtung = längs, Holzstrahlrichtung = radial und Jahrringrichtung = tangential sehr unterschiedlich und verhalten sich in etwa wie 1:10:17.

Vorstellung unbedenklicher Holzarten

Parkett und Dielen gibt es in einer Vielzahl unterschiedlicher Holzarten. Ob hell oder dunkel, rustikal oder harmonisch, weich oder hart – jedes Holz hat seinen eigenen Reiz. Wir stellen Ihnen einige der wichtigsten Baumarten vor, deren Hölzer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und somit ökologisch unbedenklich sind.

Verwendung dieser Hinweise

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir das komplexe Thema Holz und Oberflächen mit unseren Hinweisen nur allgemein ansprechen können. Eine Haftung ist ausgeschlossen. Die Verwendung unserer Ratschläge liegt in Ihrer eigenen Verantwortung.

Für detailierte Informationen verweisen wir auf die Hinweise der jeweiligen Hersteller und Fachhandwerker.