Walnuss

Der Walnussbaum – Man sagt, das ganze Universum passe in eine Nussschale und meint damit, dass der süße Kern hinter der harten Schale für das Wesentliche steht, das mit einiger Anstrengung hinter dem Profanen gesehen werden kann. Im Griechenland der Antike war die Walnuss die Speise der Götter.

Bei der lateinischen Namensgebung erbrachte das den sehr gehaltvollen Namen Juglans regia, in dem „Jovis glans“ (Jupiter-Eichel) und „regia“ (königlich) vereinigt sind. In unseren Breiten galt die aus südlichen Ländern eingeführte Walnuss als „welsche“, also fremdländische Nuss und wurde als Glücksbringer und Fruchtbarkeitssymbol angesehen. Aber man pflanzte sie auch als „Mückenvertreiber“ gerne neben dem stillen Örtchen und die Walnuss scheint tatsächlich Einiges fernzuhalten, denn unter ihrer Krone wächst nicht viel mehr als Gras. Zur Weihnachtszeit haben Walnüsse Hochsaison, nicht nur vergoldet als traditioneller Christbaumschmuck, sondern vor allem in der Weihnachtsbäckerei.

Botanik und Verbreitung des europäischen Nussbaums

Die echte Walnuss (Juglans regia), ein sommergrüner Laubbaum, gehört mit über 20 weiteren Arten zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae). Die ursprüngliche Heimat der Walnuss ist Südosteuropa und Vorder- und Mittelasien. Juglans-Arten wurden aber schon in der Jungsteinzeit wegen ihrer schmackhaften und gesunden Nüsse kultiviert und haben mit der Entwicklung von Landwirtschaft und Siedlungstätigkeit ihren Weg nach Mitteleuropa genommen. Heute sind sie weltweit in der gemäßigten Klimazone verbreitet, wobei immer noch der Fruchtertrag im Vordergrund steht. Da aber auch das Holz begehrt ist, wird seit dem Ende des letzten Jahrhunderts vermehrt eine forstwirtschaftliche Nutzung versucht.

Merkmale

Walnussbäume erreichen auch unter guten Wachstumsbedingungen nur Höhen von ca. 25 – 30 Metern bei einem Stammdurchmesser von 2 Metern. Eine lange Pfahlwurzel verankert den Baum tief im Boden. Kronen frei stehender Exemplare sind breit und gerundet, in Kultur dagegen schmäler. Da die im Handel erhältlichen Sorten in der Regel auf hohen Fruchtertrag selektiert wurden, gibt es viele Exemplare als Halbstamm. Erste Äste setzen schon früh an, weshalb astfreie Stammabschnitte mit über 6m Länge eher selten sind.

Die Rinde ist glatt, grau und zeigt tiefe Risse. Die zusammengesetzten, gefiederten Blätter stehen wechselständig. Im Juni blühen die bis zu 20 cm langen, männlichen Blüten, die weiblichen sind unscheinbar und endständig angeordnet. Juglans regia wird windbestäubt. Im Oktober reifen die bekannten Nüsse heran, die – entgegen früheren Zuordnungen als Steinfrucht – wohl doch zu den echten Nüssen gerechnet werden müssen. Nusskerne enthalten fettendes Öl, das für Speisezwecke genutzt wird. Walnussbäume können bis 600 Jahre alt werden! Um die langsam wachsende Walnuss wirtschaftlicher nutzen zu können, versucht man, schneller wachsende Hybriden durch Kreuzung mit der Schwarznuss zu erhalten.

Eigenschaften

Das Holz des Nussbaumes ist recht schwer, hart und besitzt gute Fertigungseigenschaften. Sein Kernholz ist unterschiedlich gefärbt, graubraun bis dunkelbraun und zeigt eine typische Streifung. Vom nur mäßig haltbaren Kernholz deutlich abgesetzt ist das blass – weißliche Splintholz. Nussbaum trocknet relativ gut, ist sehr biegefest, verzieht sich kaum und schwindet wenig. Da der europäische Nussbaum unter sehr unterschiedlichen Bedingungen heranwächst, ist der Faserverlauf des Holzes dementsprechend vielfältig ausgeprägt, was eine vorsichtige Verarbeitung verlangt. Nageln und Schrauben dagegen ist leicht und die Verleimbarkeit gut. Nussbaum lässt sich zufriedenstellend beizen und polieren und man kann eine hohe Oberflächengüte erreichen.

Verwendung

Walnussholz ist ein begehrtes Edelholz und für hochwertige Möbelarbeiten gesucht. Vor allem riftgeschnittenes Material und die sich am Stamm entwickelnden Maserknollen zeigen sehr ansprechende Maserung. Deshalb nutzt man sie bevorzugt für Furniere. Die weitverbreitete Annahme, Wurzelknollen lieferten ebenfalls Maserfurnier, ist falsch. Das Holz der Wurzeln erscheint fast völlig strukturlos, einfarbig hell und wenig dekorativ. Traditionell stellt man teure Gewehrkolben und Pistolengriffe aus Nussbaumholz her, da es sich gut schnitzen lässt und außerdem stoßdämpfend wirkt. Weitere Anwendungsgebiete sind Möbel und Musikinstrumente, Treppen, Türen im Innenbereich und auch Fußböden oder Parkett.

Problematik

Der Holzstaub von Walnussholz gilt als asthmaauslösend.

Zusammenfassung

Druckfestigkeit: 58 – 72 N/mm²
Zugfestigkeit: 100N/mm²
Biegefestigkeit: 58 – 72 N/mm²
Härte nach Brinell: 25 – 69 N/mm²
Scherfestigkeit: 7 – 8 N/mm²
Schwindmaß: tangential: 6,6 – 8%, radial: 5,1 – 6,0 %

Der amerikanische Nussbaum (Schwarznuss)

Der amerikanische Nussbaum (Juglans Nigra) wächst im ganzen Gebiet Nordamerikas und wird mit fast 45 Metern deutlich höher als der europäische. Sein Holz ist dunkler und verströmt nach dem Schneiden einen moschusartigen Geruch. Von seinen Eigenschaften her ähnelt der Amerikaner stark dem europäischen Nussbaum. Genau wie dieser ist Juglans Nigra wegen seiner dekorativen Eigenschaften ein sehr gesuchtes Edelholz, das jedoch wesentlich häufiger im Handel zu erhalten ist als der europäische Nussbaum.

Verwendung dieser Hinweise

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir das komplexe Thema Holz und Oberflächen mit unseren Hinweisen nur allgemein ansprechen können. Eine Haftung ist ausgeschlossen. Die Verwendung unserer Ratschläge liegt in Ihrer eigenen Verantwortung.

Für detailierte Informationen verweisen wir auf die Hinweise der jeweiligen Hersteller und Fachhandwerker.