Esche

Die Esche – Die Esche nimmt in vielen mythologischen Darstellung eine wichtige Rolle ein. Wie z.B. Yggdrasil, die Esche, die in der germanischen Mythologie den Weltenbaum darstellt, der Himmel und Erde zusammen und damit die überschaubare Welt in Ordnung hält.

Mit ihren drei Wurzeln wächst sie in Reich der Götter, ins Land der Riesen und in die Unterwelt. In Hexenprozess – Akten des Mittelalters steht, dass Frauen am Wasser sitzend so lange mit Eschenruten auf die Oberfläche schlugen, bis sich Wolken bildeten, in die die „Hexen“ auf Eschenstielen aufgefahren seien. Noch heute wird Esche als Spezialholz für Werkzeuge und Sportgeräte wie Schlitten oder Barrenholme verwandt.

Botanik und Verbreitung der europäischen Esche

Die Esche (Fraxinus Excelsior) gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) Schon vor Millionen Jahren war sie bereits in ihrem heutigen Lebensraum heimisch. Die gemeine Esche ist die einzige Baumart dieser in Asien, Nordamerika und Nordafrika verbreiteten sommergrünen Gattung Fraxinus, die nach den Eiszeiten und der Faltung der Alpen den Weg nach Europa zurückgefunden hat. Heute umfasst das Verbreitungsgebiet unserer Eschen ganz Europa. In Deutschland gedeiht sie in Auen- und Laubwäldern der Ebenen bis in Mittelgebirgslagen von 700 – 1230 m und steigt in den Alpen sogar auf 1400 m auf. Sie bevorzugt gut durchlüftete, tiefgründige Böden, die gut wasserversorgt sein sollten. Staunässe meidet die Esche. Fließendes sauerstoffreiches Wasser dagegen schadet ihr nicht, weshalb sie häufig in Mischbeständen an Flüssen und Bächen vertreten ist.

Merkmale

Mit bis zu 40 m Höhe bei einem mögliche Alter von 200 Jahren gehört die Esche zu den hochwüchsigen einheimischen Laubgehölzen und verfügt als tief wurzelnder Baum über ein ausgeprägtes Senkerwurzelsystem. Im Freistand zeigt die Esche eine gut ausgebildete ovale oder kugelförmige Krone. Ihre Borke ist längsrissig, breit gerippt und grau. Noch vor dem Laubaustrieb erscheinen die nackten, dunkelroten zwittrigen oder eingeschlechtlichen Blüten in unauffälligen Rispen. Wind sorgt für die Bestäubung, aber auch Bienen besuchen die Blüten gerne. Später im Frühjahr treiben die Blätter mit der charakteristischen Fiederung. Im Austrieb rötlich braun, werden sie zum Sommer hin frischgrün. Die Esche ist der einzige Baum, der im Herbst seine Blätter in grünem Zustand abwirft. Die etwa 3 cm langen braunen Nuss- Früchte sind mit länglichen Flügeln versehen und werden von September bis Oktober mit dem Wind verbreitet. Zerstossener Eschensamen galt im Mittelalter als Aphrodisiakum und auch heute empfiehlt sich die Esche in der Naturheilkunde als Mittel gegen vielerlei Krankheiten wie z.B. Gischt oder Rheuma.

Eigenschaften

Esche wird aufgrund ihrer hohen Holzqualität zu den Edellaubhölzern gezählt und gehört nach Buche und Eiche zu den wichtigsten Laubnutzhölzern Mitteleuropas. Eschenholz ist hart, zäh doch dabei elastisch und biegsam und schwindet wenig. Das eingeschnittene Holz liefert kurze bis mittellange und nur gelegentlich längere Bretter. Es ist ein offenporiges Holz mit ansprechenden Merkmalen wie z.B. farbigen Streifen oder geriegeltem Maserbild und im Splint und Kern gleichfarbig. Leichte Rosa – Färbung oder dunklere Streifen verblassen in der Regel nach dem Trocknen. Beim Trocknen kann es zum Verziehen kommen, weshalb beim Stapeln sorgfältig gearbeitet werden sollte. Eschenholz lässt sich gut sägen und verleimen, dämpfen, biegen und farblich verändern. Allerdings wird die Oberfläche nur nach vorheriger Porenfüllung wirklich absolut glatt.

Verwendung

Wegen seiner Zähigkeit und Biegefestigkeit (die die der Eiche übertrifft) ist Eschenholz ein begehrtes Gut und wird seit Jahrhunderten für die Herstellung von Werkzeugstielen, Speichen, Rudern und vor allem Sportgeräte genutzt. Da es sich außerdem leicht biegen lässt, setzt man es in vielen Ländern Europas für die Herstellung ländlicher Möbel ein. Auch Drechsler und Schnitzern bevorzugen die Esche wegen ihrer dekorativen Maserung. Außerdem findet das Holz Anwendung für Parkett oder Fußbodendielen, Treppenstufen- und geländer und den Bau von Küchen,- Wohn- und Schlafzimmermöbeln sowie Schultischen .

Problematik

Eschenholz ist wenig witterungsbeständig und lässt sich außerdem nur schwer imprägnieren. Für die Verwendung im Freien ist es also eher ungeeignet.

Zusammenfassung

Dichte: 690 kg/m³
Druckfestigkeit: 44 – 52 N/mm²
Biegefestigkeit: 102 – 120 N/mm²
Härte nach Brinell: 37 – 65 N/mm²
Schwindmaß: radial: 0,21%; tangential: 0,38%

Verwendung dieser Hinweise

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir das komplexe Thema Holz und Oberflächen mit unseren Hinweisen nur allgemein ansprechen können. Eine Haftung ist ausgeschlossen. Die Verwendung unserer Ratschläge liegt in Ihrer eigenen Verantwortung.

Für detailierte Informationen verweisen wir auf die Hinweise der jeweiligen Hersteller und Fachhandwerker.