Einpflege für Laminat?

Ein Bodenbelag aus Laminat ist eine preiswerte, denkbar einfach zu verlegende und dennoch optisch ansprechende Lösung, wenn andere Beläge – etwa ein Massivparkett – aus welchen Gründen auch immer nicht in Frage kommt. Neben diesen grundlegenden Vorzügen eines Laminats kommt noch hinzu, dass es ausgesprochen pflegeleicht ist: die Bodenelemente werden herstellerseitig vergütet und müssen, sind sie einmal verlegt, nur noch gereinigt, aber nicht mehr ein- oder nachgepflegt werden. Nur: müssen nicht oder können nicht? Da liegt die Crux, wie die folgenden Ausführungen darstellen sollen – die Einpflege von Laminat ist ein schwieriges Thema.

Die Grundlagen – verständlich vereinfacht

Laminatböden sind etwa im Vergleich zu Massivparkett geradezu unwahrscheinlich günstig, weil der kostenintensive Werkstoff Holz nur hauchdünn auf der sogenannten Dekorschicht verwendet wird – das ist der obere, sichtbare Teil des Laminats, der es so schön nach Parkett aussehen lässt. Die nach dem Verlegen unsichtbare Trägerschicht macht hinsichtlich Masse und Stärke des Bodens den Großteil aus.

Die Trägerschicht interessiert und hier aber nicht, es geht um die Dekorschicht. Denn diese wird ganz anders behandelt als etwa ein Massivparkett, auch wenn prinzipiell das gleiche Holz vorliegt.

Laminat – von Haus aus gut vergütet

Laminat Reiniger von Dr. Schutz
Laminat Reiniger von Dr. Schutz

Noch über der Dekorschicht liegt die sogenannte Deckschicht (oder Overlay). Das ist die Vergütung, die der Hersteller noch in der Fabrik auf das Laminat bringt, um es widerstandsfähig gegen Abrieb und Beschädigungen zu machen und das Dekorpapier zu schützen. Das funktioniert in etwa analog zu im Werk geölten Parkettdielen oder ebenso herstellerseitig vergüteten elastischen Böden. Diese Beschichtung ist die große Stärke von Laminatböden, da sie die Oberfläche gut gegen Schmutzanhaftung schützt und die Reinigung denkbar einfach macht – ein passender Laminatreiniger ist eigentlich alles, was Sie für Ihren Laminatboden brauchen.

Der große Nachteil ist aber, dass Sie als Endverbraucher diese Vergütung nicht einfach erneuern bzw. durch eine andere ersetzen können. Zwar ist die Lamiantvergütung – je nach Qualität – tatsächlich sehr widerstandsfähig, aber für die Ewigkeit ist auch sie nicht.

Renovierung – so einfach kann es sein

Nehmen wir an, Sie haben Ihr Massivparkett farbig geölt und stellen nach einiger Zeit fest, dass Ihnen der Farbton doch nicht gefällt. Nun müssen Sie den Boden dankenswerter Weise nicht herausreißen, denn Sie können ihn ganz einfach abschleifen. Das gleiche Prinzip gilt auch für hartnäckige Flecken und dergleichen, die Sie immer noch abschleifen können, wenn eine Fleckentfernung nicht zum Erfolg führt.

Wie aber sieht es bei Laminat aus?

Renovierung – so schwierig kann es sein

Der Ärger mit Laminat fängt dann an, wenn sich das Overlay abnutzt bzw. beschädigt wird. Diese Schicht – meist melamingetränktes Papier, evtl. mit Korund versetzt – zu erneuern, kommt nicht in Frage. Abschleifen genau so wenig, weil es nichts zu schleifen gibt: die Dekorschicht ist so dünn, dass Sie mit einer Schleifmaschine direkt bis auf die Trägerschicht durchschleifen würden. Wenn diese ultima ratio der Renovierung wegfällt, was bleibt dann?

Bei jedem anderen Boden würde man Ihnen raten: grundreinigen und neu einpflegen (was an sich übrigens ein sehr guter Ratschlag ist). Nur leider nicht bei Laminat.

Laminat – nicht Fisch, nicht Fleisch

Das Problem bei einer Einpflege ist, dass der Boden vorher grundgereinigt werden muss. Grundreiniger aber haben eine relativ lange Einwirkzeit: bis zu 15 Minuten. Das ist schon für Massivholzdielen nicht schön, für Laminat aber ist es tödlich, weil es besonders anfällig für Aufquellungen ist.

Das Problem bei Laminat ist also: es ist zuwenig Holz, als dass es wie ein Massivholzboden behandelt werden könnte, und: es ist zuviel Holz, als dass es als elastischer Boden durchginge.

Workarounds – experimentell!

Soviel zur Analyse der Problemlage. Da uns das Thema schon lange begleitet, haben wir in Rücksprache mit den Herstellern näherungsweise Lösungen gefunden. Diese aber sind, um es deutlich zu sagen, unorthodox. Und frei von aller Garantie, die Verantwortung liegt allein beim Anwender. Noch interessiert?

Es fängt bei der Qualität des Laminats und der Verlegung an: optimal sind hier möglichst dicht verlegte Einzelelemente, die ein geschlossenes Fugenbild ergeben. Das Eindringen von Wasser wird so möglichst verhindert bzw. verringert. Wichtiger als die Fugen aber sind die Kanten. Hier bieten sich Kantenimprägnierer an, die eine Quellung von der Kante her verhindern. Wenn diese Grundlagen gegeben sind, könnten Sie einen Grundreiniger verwenden. Halten Sie die Einwirkzeit aber so kurz, wie es irgend geht: das heißt, weit jenseits von 15 Minuten.

Auf dem so grundgereinigten Boden ist es dann möglich, eine Einpflege für lackierte Holzböden oder eine Dispersionspflege für elastische Böden aufzubringen. Das Problem ist hier aber auch, dass die Pflegeprodukte selbst schon wasserhaltig sind und im schlimmsten Fall ihrerseits für Quellungen sorgen.

Aber wir sagten es ja schon: alles aus den letzten Absätzen auf eigenes Risiko! Wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen, verzichten Sie auf die Laminateinpflege.

 

 

 

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