Ein häufiges Problem bei beschichtetem Holz: Verfärbungen und farbige Ausläufer

Verfärbtes Holz - Ursachen und Problemlösungen
Auf weiß gestrichenen Holzfassaden zeigen sich oftmals Verfärbungen und Farbausläufer.

Die einst blütenweiße Holzfassade ist nach einem starkem Regen plötzlich mit braunen, unschön wirkenden Ausläufern überzogen? Auf einer weißen Holzoberfläche zeigen sich Verfärbungen, die wie Fettflecken wirken, oder auch gelbe Astmarkierungen? Oder sind auf der weiß beschichteten Holzdecke gelbe bis bräunliche Streifen zu sehen? Ganz gleich, um welche Art von Verfärbung es sich handelt, stets sind die unschönen Farbausläufer ein großes Ärgernis für den Besitzer. Damit man versteht, weshalb diese Ausläufer und Verfärbungen entstehen, sind neben der Anatomie des Holzes auch diverse chemische Reaktionen zu betrachten.

Holz und sein Aufbau

Als natürlicher (Bau-)Stoff besteht Holz überwiegend aus organischen Bestandteilen. Man unterscheidet zwischen Kernholz und Splintholz. Kernholz war einst Splintholz, in das sich aber im Laufe der Zeit verschiedene Stoffe wie Wachs, Harz, Fett sowie Gerb- und Farbstoffe eingelagert haben. Diese Stoffe haben das Holz „verkernt“ (verhärtet). Wasserlösliche Stoffe sind ebenfalls im Kernholz enthalten. Der wohl bekannteste wasserlösliche Stoff ist die Gerbsäure.  Die Gerbsäure bewirkt, dass bei Holz, das von Wasser durchfeuchtet wird, eine dunkelbraun gefärbte Brühe austritt. Eine alkalische Reaktion kann die Braunfärbung dann noch weiter verstärken.

Holzinhaltsstoffe und deren Folgen

Im Zusammenhang mit den verschiedenen Holzinhaltsstoffen können verschiedene Erscheinungen vorkommen:

  • Auswaschungen: Wasserlösliche Holzinhaltsstoffe, die durch starken Regen ausgewaschen werden, führen zu gelbbraunen, farbigen Ausläufern.
  • Gelbdurchschläge: Bei hellen wasserbasierten Beschichtungen zeigen sich gelbe Durchschläge.
  • Ausharzungen: Lösemittelhaltige Beschichtungen werden durch Ausharzungen gelblich verfärbt.
  • „Fettflecken“: Um Äste herum entstehen dunkle Verfärbungen, die wie Fettflecken aussehen. Dieses Phänomen tritt insbesondere bei ölhaltigen Beschichtungen auf.

So lassen sich Probleme im Zusammenhang mit Holzinhaltsstoffen vermeiden

Auswaschungen:

Das Auswaschen von Holzinhaltsstoffen nach starken Niederschlägen lässt sich durch eine allseitige Holzbeschichtung deutlich reduzieren. Bei Holzfachwerk tritt häufig eine Mobilisierung des Holzinhaltsstoffes Eichenlohe auf – ganz besonders dann, wenn man das Gefach neu verputzt (und hierfür einen alkalischen Mörtel verwendet) und/oder eine alkalische Farbe aufgetragen wird. Dann nämlich sammelt sich im Bereich zwischen Holz und Putz die braune Eichenlohe, die dann bei starkem Niederschlag auf dem weißen Putz ebenfalls braune Ausläufer verursachen kann. Dieser Effekt ist unabhängig von der gewählten Holzbeschichtung zu verzeichnen.

Im Allgemeinen besteht die Gefahr, dass Holzinhaltsstoffe auswaschen, immer dann, wenn Hirnholz mit frischem Putz oder Mörtel direkten Kontakt hat. Lösen lässt sich diese Problem ausschließlich konstruktiv. Verhindern Sie zum Beispiel unbedingt, dass Wasser in die Holzunterkonstruktion (z.B. über Astlöcher oder Fugen) eindringt. Dass Holzinhaltsstoffe ausgewaschen werden, können Sie weiterhin dadurch reduzieren, dass das Hirnholz mit einem wasserabweisenden Anstrich wie einem Bootslack gestrichen wird.

Unser Tipp: Verfärbungen, die durch ausgetretene Gerbsäure entstanden sind, lassen sich mit einem Spezialprodukt wie dem Gerbsäureflecken Spray von WOCA wieder entfernen.

Gelbdurchschläge und „Fettflecken“:

Verwenden Sie zur Isolierung einen sperrenden Isolieranstrich oder ein spezielles lösemittelhaltiges Produkt. Die Verwendung eines wasserbasierten Produkts ist ebenfalls möglich. Diese Produkte enthalten Stoffe wie beispielsweise Zinkoxid, die in der Lage sind, die Holzinhaltsstoffe quasi abzufangen.

Insbesondere bei den wasserbasierten Isolieranstrichen sollten Sie zwischen den einzelnen Anstrichen lange Trockenzeiten (ca. 24 – 36 Stunden) einplanen. Aber Achtung: wasserbasierte Anstriche vermindern zwar das Durchschlagen der Holzinhaltsstoffe, können es aber nicht vollständig verhindern. Bei Isolieranstrichen, die Lösemittel enthalten, ist die isolierende Wirkung im Allgemeinen sehr gut.

Ausharzungen:

Ausharzungen lassen sich auf nur dadurch entfernen, dass man die Harzgallen beseitigt und das Holz mit einer Nitrouniversalverdünnung abwäscht. Um Äste abzudecken, setzt man in der Regel lösemittelhaltige, schnelltrocknende Isolieranstriche ein.

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